Unterwegs … in den schottischen Highlands

(Text und Fotos: Katrin Schifferle)

Rundtour durch die Monadhliath Mountains

Der Ort Aviemore befindet sich im Westen des Cairngorms-Nationalparks und ist ein beliebter Ausgangspunkt für Outdooraktivitäten in den Cairngorms-Bergen, die einige Kilometer südöstlich der Stadt beginnen. Westlich der Stadt ragt jedoch ein anderes Bergmassiv in den Nationalpark hinein, das aus sanft geschwungenen Bergrücken und ausgedehnten Moorlandschaften  besteht: die Monadhliath Mountains. Diese einsame Gegend erstreckt sich bis Loch Ness und scheint vom Tourismus im Cairngorms-Nationalpark noch kaum etwas mitbekommen zu haben, obwohl  sie von Aviemore aus gut zu Fuß zu erreichen ist.

Uns führte die „Rundtour durch die Monadhliath“ aus dem Buch „Schottische Highlands – 22 Wanderungen“ in die östlichen Bereiche des Bergmassivs.

Von Aviemore aus wanderten wir in das wenige Kilometer entfernte Dorf Lynwilg. An einem der Häuser war ein kleiner Holzschrank, gefüllt mit Kuchen und Keksen, aufgestellt, an dem man sich gegen eine kleine Spende bedienen durfte. Wir stockten unseren Proviant auf und gingen von hier aus immer bergauf. Schnell fanden wir uns in einer kargen, weitgehend baumlosen Landschaft wieder.

Der Geal-charn Beag – hier verließen wir den Weg, um durch die Moorlandschaft auf den Gipfel zu steigen.  

Weit konnten wir von hier ins Innere der Monadhliath Mountains und zu den Cairngorms schauen und beobachten, wie Wolken und Regenschauer über die Berge um uns herumzogen, während  wenige Bergrücken weiter die Sonne schien. Als wir gerade auf dem Gipfel des Geal-charn Beag standen, kam einer dieser Regenschauer auch bei uns vorbei.

Blick auf die blauen Cairngorms-Berge und ihr abwechslungsreiches Wetter.

Im Kleinen faszinierten mich an der weiten Moorlandschaft ihr Farben- und Strukturreichtum: rosafarbenes Heidekraut, verschiedenfarbige Gräser, dazwischen dunkelrotes, mit Wasser vollgesogenes Torfmoos, fast weiße Flechtenbüschel und immer wieder Löcher, Tümpel und Bäche.

Farbenfrohes Torfmoos begleitete uns beim Aufstieg.

Ein Teil unserer Strecke verlief abseits von Wegen, sodass wir uns nicht mehr am Verlauf des Wegenetzes orientieren konnten, sondern ausschließlich anhand von Merkmalen der Landschaft – Berggipfel, Sättel, Waldflecken am Horizont. Während wir vom Weg aus bisher nur Schafe und  – in der Nähe der Ortschaft – Fasane als Bewohner dieser Landschaft kennengelernt hatten (selbst Menschen waren seit Lynwilg nicht mehr zu sehen gewesen), merkten wir erst, als wir uns unseren eigenen Weg durchs Moor suchten, was uns bisher entgangen war. Mehrmals sprangen Schneehasen vor uns durch die Heidesträucher, blieben in einiger Entfernung sitzen und behielten uns von dort aus im Auge. Später erschreckten uns Schneehühner: Teile dessen, was wir bis eben noch für Heidekraut gehalten hatten, flatterten mit lauten Flügelschlägen wenige Meter vor uns in die Luft. Als wir gerade dabei waren, einen Weg über einen Bach zu suchen, schaute eine Gruppe Rehe hinter der nächsten Erhebung hervor und sprang dann, scheinbar mühelos, durch das Moor davon.   

Über sanft geschwungene Hügel ging es weglos zurück in Richtung Aviemore – aber Vorsicht! Hier versteckten sich nicht nur Torflöcher und kleine Bäche zwischen den Heidesträuchern, sondern auch zahlreiche Schneehühner.

Auf einem Sattel zwischen zwei Gipfeln machten wir uns an den Abstieg zurück nach Aviemore. Auch die letzten Kilometer der Wanderung hielten eine kleine Überraschung für uns bereit: auf einem schmalen Schotterpfad, der uns zurück ins Zentrum führte, wuchs eine kleine fleischfressende Pflanze, ein Rundblättriger Sonnentau.

Kleine Überraschung zum Schluss: ein Rundblättriger Sonnentau auf dem Schotterpfad kurz vor Aviemore.

Buchtipp zum Wandern in den schottischen Highlands

Auf unserer Reise durch Schottland war das Buch „Schottische Highlands – 22 Wanderungen“  von Doris Dietrich ein praktischer Begleiter. Für alle, die die abwechslungsreiche Landschaft – von den Stränden an der Westküste bis zu den über 1.000 m hohen Gipfeln im Landesinneren – erwandern wollen, hält es unterschiedlich anspruchsvolle Touren in vier verschiedenen Regionen der Highlands bereit und gibt außerdem Tipps für Wanderer mit Kindern, Buggy und Hund. 

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