Unterwegs … auf der Via Lusitana

(Fotos: Hermann Hass)

Erstes Teilstück der Via Lusitana offiziell eröffnet

Überall in ganz Europa werden momentan alte Pilgerwege wiederentdeckt und neu belebt. So jetzt auch in Portugal: Anfang Mai wurde in Évora das erste Teilstück des Jakobswegs Ostportugal offiziell eröffnet. Das Besondere daran: Dieser Wegabschnitt ist Teil der „Via Lusitana“, die unser Autor Hermann Hass schon vor Jahren wiederentdeckt und in einem Pilgerführer beschrieben hat.  

Von vergessenen Routen zum offiziellen Pilgerweg

Noch vor 10 Jahren war der Pilgerweg im Osten Portugals völlig vergessen. Hermann Hass und sein englischer Freund Brendan Mulcahy entdeckten den alten Weg und recherchierten mit viel Engagement authentische historische Routen. 2009 erschien in unserem Verlag der erste deutschsprachige Pilgerführer zur „Via Lusitana“ von der Algarve nach Ourense. In den folgenden Jahren nahm auch in Portugal das Interesse an den alten Jakobswegen zu, doch eine einheitliche Markierung gab es auf dem Weg im Osten Portugals lange nicht – bis jetzt.

Am 4. Mai haben der Staatspräsident von Portugal, Marcelo Rebelo de Sousa, und der Erzbischof von Évora, José Francisco Sanches Alves, das erste Teilstück des Jakobswegs Ostportugal von Évora nach Trancoso offiziell eröffnet. Im nächsten Jahr sollen die restlichen 12 Etappen von der Algarve bis Évora folgen. Der dann von der Algarve bis Trancoso durchgehend markierte Weg wird „Via Portugal Nascente“ = „(Jakobs)Weg Ostportugal“ genannt. Der gesamte, knapp 940 km lange Weg von der Algarve bis Ourense wird weiterhin „Via Lusitana“ heißen.

Die Via Lusitana – eine reizvolle Alternative zu den Hauptjakobswegen in Spanien und Portugal

Die Via Lusitana verläuft durch landschaftlich besonders eindrucksvolle, meist dünn besiedelte Gegenden und passiert immer wieder historisch bedeutende Orte, hoch aufragende Burganlagen und pittoreske Gebirgsdörfer. Gerade für Pilger, denen die Hauptjakobswege in Spanien und Portugal inzwischen zu trubelig geworden sind, ist der Weg eine wunderschöne Alternative und lädt zum geruhsamen Pilgern und Wandern ein.

Impressionen von der Via Lusitana

Das Buch zum Weg

Unser Wanderführer „Portugal Spanien: Jakobsweg Ostportugal – Via Lusitana“, der inzwischen in der 2. Auflage vorliegt, informiert detailliert über den Wegverlauf und seine Varianten und enthält hilfreiche Informationen zu Unterkünften, Sehenswürdigkeiten am Weg u. v. m. Genaue Karten und Höhenprofile sowie ein GPS-Track helfen bei der Orientierung. Auf unserer Internetseite findet ihr außerdem Tipps für Radpilger und aktuelle Updates zum Weg.

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Einige Gedanken zu “Unterwegs … auf der Via Lusitana

  1. Werner Kräutler sagt:

    Toll. Wir sind grad zu dritt auf der Via Lusitania unterwegs und wundern uns tagtäglich, dass die portugiesische Tourismuswerbung nicht aufspringt. Hermann Hass beschreibt die Strecke sehr gut, einige kleine Fehler werden wir ihm mitteilen. Die Via Lusitania – wir haben bisher die Strecke zwischen Vila Nueva und Cabeço de Vide hinter uns gebracht – dürfte die ursprünglichste Jakobswegstrecke auf der iberischen Halbinsel sein. Wunderlandschaften. Getrübt wird die Route durch elend lange Teerstraßen-Märsche, die bei der herrschenden Fahrmoral der Portugiesen zudem sehr gefährlich werden können. Alles in Allem ein echtes Abenteuer wenn man bedenkt, dass heuer etliche Furten für Pilger nicht passierbar waren. Pilgern wie im Mittelalter quasi.

    • Amrei Risse sagt:

      Hallo Werner, vielen Dank für das Feedback! Das klingt abenteuerlich, aber auch sehr schön. Herr Hass freut sich immer sehr über Hinweise und Verbesserungsvorschläge der Leser, danke schon mal im Voraus! Wir wünschen euch noch eine schöne Zeit auf dem Weg! Viele Grüße, Amrei vom Conrad Stein Verlag

  2. Hermann Hass sagt:

    Lieber Herr Kräutler,
    Ihre FB-Kommentare sind einfach umwerfend. Ich finde es großartig, mit welchem Humor Sie mit dem in diesem Jahr so außergewöhnlich regenreichen Frühjahr umgehen (das Wetter ist nicht nur in Portugal so schlecht!). Gemäß http://www.ipma.pt können Sie jedoch in den nächsten Tagen mit sehr viel besserem Wetter rechnen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude an diesem Weg und würde mich sehr freuen, wenn Sie nach Ihrer Rückkehr Kontakt mit mir aufnähmen. Amrei Risse vom Conrad Stein Verlag wird den Kontakt gern herstellen. Bom Caminho!

  3. Franz Karig sagt:

    Hola Herr Kräutler,
    Sie sind wohl längst wieder daheim von der Via Lusitana, wohlbehalten hoffe ich.
    Das Pilgerforum ist leider außer Betrieb und bei FB bin ich nicht aktiv. Mitte September werde ich ab Castelo Branco bis Ourense gehen und bin daher höchst eigennützig 😉 interessiert an Ihren Erfahrungen.
    Gibt es einen Weg, sie mir zugänglich zu machen? Das wäre fein.

    BC
    Franz

  4. Bianca sagt:

    Hallo Zusammmen,
    wann wir das Buch Via Lusitana neu aufgelegt, es scheint j einige Änderungen gegeben zu haben auf dem Weg?
    Danke und Grüße Bianca

  5. Amrei Risse sagt:

    Hallo Bianca,
    leider kann ich dir noch nicht sagen, wann es eine neue Auflage geben wird – für 2019 ist bisher keine Neuauflage geplant. Der Autor hält uns aber immer über aktuelle Änderungen auf dem Laufenden. Auf der Webseite zum Buch (https://www.conrad-stein-verlag.de/buecher-shop/portugal-spanien-jakobsweg-ostportugal-via-lusitana-von-der-algarve-nach-ourense/) findest du diese Hinweise, wenn du nach unten zum Reiter „Updates“ scrollst.
    Viele Grüße
    Amrei vom Verlagsteam

  6. Ueli Siekmann sagt:

    Ausrüstung
    Dieses Jahr 2019 plane ich im September/Oktober die ganze via lusitana laufen. Gehöre zu den erfahrenen Pilgern- 2003 von zu Hause in Luzern nach Santiago, später Luzern-Rom und vor 5 Jahren die via de la plata.
    Habe nun zu Weihnachten das outdoor Buch bekommen und bereite mich vor.
    – Eine Empfehlung von Hermann Hass habt mich aber stutzig gemacht: „hohe Wanderstiefel“ – ich bin auch Berggänger in der Schweiz und da sind hohe Schuhe sicher richtig. Ansonsten bin ich aber absoluter Verfechter der leichten Trekkingschuhe (Leder und kein Goretex und gute Sohle (Vibram) natürlich), aber knöchelfrei und leicht, damit bin ich bisher auf allen Pilgerwegen gut durchgekommen und ich sehe in Portugal auch keine hohen Berge. Ich habe immer von „hohen“ Schuhen abgeraten, weil einfach zu schwer und blasenträchtig. Im September erwarte ich trockene Verhältnisse. Warum also hohe Stiefel?
    – mein Schwager ist Landwirt und hat unter anderem eine Schweinezucht. Er möchte mir seinen „Sauenzwicker“ (kleiner Elektroschocker) wegen der Rudelhunde mitgeben. Eine gute Idee?

    • Klaus Seibert sagt:

      Die Hundegefahr sehe ich nicht als so groß an, daß man einen Elektroschocker bräuchte. Aufdringliche Exemplare konnten von uns immer mit den Wanderstöcken auf Abstand gehalten werden. (Waren bisher dreimal auf der VL) Wenn Sie bisher gut mit knöchelfreien Schuhen klargekommen sind, wird das auch hier der Fall sein. Vielleicht sieht man sich im Herbst!

  7. Hermann Hass sagt:

    Lieber Herr Siekmann,
    auf der Via Lusitana geht es durchaus in Felsenregionen hinauf, oft sind die Wege auch recht uneben und steinig, außerdem geht es durch Flüsse und Bäche – ein umgeknickter Fuß kann das Ende der Reise bedeuten, daher meine Empfehlung. Sie müssen selbst entscheiden, was gut für Sie ist – die entsprechende Erfahrung haben Sie ja.
    Beim zweiten Mal auf der VL hatte ich einen sog. Dog-Dazer dabei, musste ihn aber niemals einsetzen. Wenn mir ein Hund zu nahe kommt, bücke ich mich nach einem Stein, dann nimmt er Reißaus.
    Zu Ihrer Planung: Sie müssen wissen, dass der Alentejo bzw. der gesamte Süden zwischen der Algarve und dem Tejo im Herbst braun, kahl und verdorrt ist, nur die Steineichen und immergrünen Sträucher bleiben grüne Farbtupfer in einer eintönigen Landschaft. Ich rate stets dazu, diese Region im Frühjahr zu laufen, dann blüht alles in Hülle und Fülle – ein Fest fürs Auge. Nördlich des Tejo ist der Herbst gut für eine Wanderung. Wenn Sie können (und wollen) sollten Sie die VL zweiteilen, im Herbst die Strecke vom Tejo nach Ourense, im Frühjahr dann den Süden. E Ultreia!

  8. Hermann Hass sagt:

    Zum ersten Post von Werner Kräutler ganz oben:
    Die „langen Teerstraßen-Märsche“ gehören zwischen der 13. und 30 Etappe – also zwischen Évora und Trancoso der Vergangenheit an. Dazu zählen besonders auch die 13. und 14. Etappe, dort geht es nur noch durch Felder und Wälder (bis auf ein letztes Teilstück vor Estremoz). Die für die Markierung des Weges (der auf diesen Etappen „Via Portugal Nascente“ = Jakobsweg Ostportugal genannt wird) Verantwortlichen der „Associação de Peregrinos Via Lusitana“ haben durch gute Kontakte zu Grundstückseigentümern die Erlaubnis erlangt, den Weg nun über früher nicht zugängliche Liegenschaften zu führen – oft ist es nur Pilgern gestattet, diese Wege zu benutzen.
    Eine Beschreibung und die GPX-Tracks dieser neuen bzw. modifizierten Etappen wird (soweit jetzt schon möglich) voraussichtlich Ende Februar auf der Verlags-Homepage abrufbar sein.
    Hinsichtlich der Etappen 1 bis 12 ist man dabei, diese auf dieselbe Weise zu optimieren – soweit möglich. Zwischen Trancoso und Ourense gilt weiterhin das auf Seite 10 (ganz oben) des OutdoorHandbuchs 230 Gesagte – manchmal geht es einfach nicht anders. Der Pilger wird aber auf jeden Fall durch den Blick auf herrliche Landschaften und den Weg durch pittoreske Dörfer entschädigt.

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